DVGW-Zertifizierung für O-Ringe | Trinkwasser & Gas
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DVGW-Zertifizierung für O-Ringe

Wer O-Ringe in Trinkwasserinstallationen oder Gasgeräten für den deutschen Markt einsetzt, kommt häufig mit der DVGW-Zertifizierung in Berührung. Dabei geht es jedoch nicht um ein Label auf dem O-Ring selbst. Wichtiger ist, ob der Compound für die richtige Anwendung, Temperatur, Norm und Dokumentationsanforderung bewertet wurde.

Ein Materialname wie EPDM, NBR oder FKM reicht nicht aus. EPDM kann eine gute Wahl für Trinkwasser sein, aber nur, wenn die genaue Gummizusammensetzung geprüft und dokumentiert wurde. Die DVGW-Zertifizierung hilft Einkäufern, Ingenieuren und Qualitätsabteilungen zu prüfen, ob ein O-Ring zu Trinkwasser, Gas oder kombinierten technischen Anforderungen passt.

  • event 15-07-2026
  • schedule 00:00
  • timer 7 Minuten

Was bedeutet das DVGW-Prüfzeichen?

DVGW steht für Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches. Diese deutsche Organisation erstellt technische Regeln für Gas- und Wasserinstallationen. Über DVGW CERT werden Produkte, Materialien und Compounds anhand von Zertifizierungsprogrammen bewertet.

Bei O-Ringen steht nicht die Polymerfamilie im Mittelpunkt, sondern der Compound. Ein DVGW-Prüfzeichen oder Zertifikat gehört daher zu einer konkreten Zusammensetzung mit Registrierungsnummer, Gültigkeitsdauer und Anwendungsbereich. Fragen Sie deshalb immer nach der Zertifikatsnummer und dem Geltungsbereich.

Warum ist dies bei Trinkwasser wichtig?

O-Ringe in Trinkwasseranwendungen kommen direkt oder indirekt mit Wasser in Kontakt, das sicher, geruchsneutral und geschmacksneutral bleiben muss. Ein ungeeigneter Compound kann Stoffe freisetzen, Geruch oder Geschmack beeinflussen oder mikrobiologisches Wachstum fördern. Dies ist äußerlich nicht erkennbar.

Deshalb werden bei Trinkwasser sowohl die mechanische Abdichtung als auch die Hygiene bewertet. KTW-BWGL beurteilt unter anderem Migration, Geruch, Farbe, Trübung und TOC. DVGW W270 und DIN EN 16421 befassen sich mit mikrobiologischem Wachstum. Das DVGW-Prüfzeichen führt diese Anforderungen in einem überprüfbaren Zertifizierungsrahmen zusammen.

 

DVGW, KTW-BWGL und W270 kurz erklärt

Die Begriffe DVGW, KTW-BWGL und W270 werden häufig synonym verwendet, bedeuten jedoch nicht dasselbe. KTW-BWGL ist die deutsche Bewertungsgrundlage für organische Materialien im Kontakt mit Trinkwasser. Dabei werden zulässige Stoffe und Migration bewertet.

W270, inzwischen mit DIN EN 16421 verknüpft, behandelt das mikrobiologische Wachstum auf Materialien im Trinkwasser. DVGW ist der übergeordnete Zertifizierungsrahmen, der diese Anforderungen mit mechanischen Normen und Produktdokumentation kombinieren kann. Das DVGW-Prüfzeichen bedeutet daher mehr als nur „geeignetes Material“. Es geht um die Bewertung von Compound und Anwendung.

 

Welche Materialien kommen infrage?

EPDM ist für Trinkwasser häufig der logischste Ausgangspunkt. Das Material ist gut beständig gegen Wasser, Warmwasser, Dampf und viele Reinigungsmittel. Geeignet ist jedoch nur ein validierter EPDM-Compound. Ohne die richtige Dokumentation ist EPDM keine sichere Wahl.

NBR wird häufiger bei Öl, Fetten und Gas eingesetzt. Für Trinkwasser ist NBR weniger naheliegend. FKM bietet eine hohe Beständigkeit gegen Chemikalien und Temperaturen, erfordert jedoch besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich der Migration. HNBR kann bei hoher Belastung, erhöhten Temperaturen oder kombinierten Gas- und Wasserbedingungen interessant sein.

Silikon und PTFE müssen gesondert bewertet werden. Silikon folgt nicht immer demselben Verfahren wie klassische Elastomere. PTFE ist außerdem kein Elastomer und besitzt nicht die elastische Rückfederung, die ein O-Ring normalerweise benötigt.

 

DVGW-Prüfzeichen für Gasanwendungen

Für Gasanwendungen gelten andere Normen als für Trinkwasser. Für Elastomerdichtungen in Gasgeräten ist DIN EN 549 von Bedeutung. Für Dichtungen in Gasleitungen und Leitungen für flüssige Kohlenwasserstoffe wird häufig DIN EN 682 herangezogen. Ein Gaszertifikat sagt daher nicht automatisch etwas über die Trinkwassereignung aus.

Bei Wasserstoff wird die Bewertung noch spezifischer. Dann spielen Permeation und Rapid Gas Decompression (RGD) eine wichtige Rolle. Ein O-Ring, der für Erdgas geeignet ist, ist nicht automatisch für Wasserstoff oder hohe Wasserstoffanteile geeignet. Prüfen Sie daher immer Medium, Druck, Temperatur und Zertifikatsumfang.

 

Häufige Fehler bei DVGW-O-Ringen

Der größte Fehler besteht darin, anzunehmen, dass eine Materialbezeichnung ausreicht. „EPDM“ bedeutet nicht automatisch trinkwassergeeignet und „gasbeständig“ bedeutet nicht automatisch wasserstoffgeeignet. Außerdem wird häufig davon ausgegangen, dass ein einziges Zertifikat für alle Abmessungen, Härten und Compounds gilt. Das muss nicht der Fall sein.

Ein weiteres Missverständnis besteht darin, KTW, W270 und DVGW gleichzusetzen. Tatsächlich ergänzen sie sich gegenseitig. Fragen Sie daher nach dem genauen Compoundcode, gültigen Berichten und dem Anwendungsbereich. Nur dann wissen Sie, ob das Prüfzeichen relevant ist.

 

Checkliste für die richtige Auswahl

Beginnen Sie bei der Anwendung. Geht es um kaltes Trinkwasser, Warmwasser, Gas, Wasserstoff, Reinigungsmittel oder eine Kombination davon? Legen Sie anschließend Temperatur, Druck und Bewegungsart fest. Eine statische Dichtung stellt andere Anforderungen als eine dynamische Anwendung oder eine Hochdruckgasanlage.

Fragen Sie anschließend nach dem Compoundcode, der Zertifikatsnummer, der Gültigkeitsdauer und den Berichten hinter dem DVGW-Prüfzeichen. Prüfen Sie auch, ob Abmessung, Härte und Produktgruppe innerhalb des Geltungsbereichs liegen. Bei kritischen Anwendungen ist die Chargenrückverfolgbarkeit wichtig.

 

Beratung zu DVGW-O-Ringen

Bei der Auswahl eines geeigneten O-Rings geht es um mehr als Abmessung und Material. Bei Trinkwasser und Gas bestimmen Compound, Dokumentation und Anwendung gemeinsam, ob eine Dichtung wirklich geeignet ist. O-ring Stocks unterstützt Sie bei der Materialauswahl, bei Zertifikaten und bei der technischen Dokumentation für O-Ringe mit DVGW-Prüfzeichen.

 

FAQ

Warum ist dies bei Trinkwasser wichtig?

O-Ringe in Trinkwasseranwendungen kommen direkt oder indirekt mit Wasser in Kontakt, das sicher, geruchsneutral und geschmacksneutral bleiben muss. Ein ungeeigneter Compound kann Stoffe freisetzen, Geruch oder Geschmack beeinflussen oder mikrobiologisches Wachstum fördern. Dies ist äußerlich nicht erkennbar.

Deshalb werden bei Trinkwasser sowohl die mechanische Abdichtung als auch die Hygiene bewertet. KTW-BWGL beurteilt unter anderem Migration, Geruch, Farbe, Trübung und TOC. DVGW W270 und DIN EN 16421 befassen sich mit mikrobiologischem Wachstum. Das DVGW-Prüfzeichen führt diese Anforderungen in einem überprüfbaren Zertifizierungsrahmen zusammen.

 

DVGW, KTW-BWGL und W270 kurz erklärt

Die Begriffe DVGW, KTW-BWGL und W270 werden häufig synonym verwendet, bedeuten jedoch nicht dasselbe. KTW-BWGL ist die deutsche Bewertungsgrundlage für organische Materialien im Kontakt mit Trinkwasser. Dabei werden zulässige Stoffe und Migration bewertet.

W270, inzwischen mit DIN EN 16421 verknüpft, behandelt das mikrobiologische Wachstum auf Materialien im Trinkwasser. DVGW ist der übergeordnete Zertifizierungsrahmen, der diese Anforderungen mit mechanischen Normen und Produktdokumentation kombinieren kann. Das DVGW-Prüfzeichen bedeutet daher mehr als nur „geeignetes Material“. Es geht um die Bewertung von Compound und Anwendung.

 

Welche Materialien kommen infrage?

EPDM ist für Trinkwasser häufig der logischste Ausgangspunkt. Das Material ist gut beständig gegen Wasser, Warmwasser, Dampf und viele Reinigungsmittel. Geeignet ist jedoch nur ein validierter EPDM-Compound. Ohne die richtige Dokumentation ist EPDM keine sichere Wahl.

NBR wird häufiger bei Öl, Fetten und Gas eingesetzt. Für Trinkwasser ist NBR weniger naheliegend. FKM bietet eine hohe Beständigkeit gegen Chemikalien und Temperaturen, erfordert jedoch besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich der Migration. HNBR kann bei hoher Belastung, erhöhten Temperaturen oder kombinierten Gas- und Wasserbedingungen interessant sein.

Silikon und PTFE müssen gesondert bewertet werden. Silikon folgt nicht immer demselben Verfahren wie klassische Elastomere. PTFE ist außerdem kein Elastomer und besitzt nicht die elastische Rückfederung, die ein O-Ring normalerweise benötigt.

 

DVGW-Prüfzeichen für Gasanwendungen

Für Gasanwendungen gelten andere Normen als für Trinkwasser. Für Elastomerdichtungen in Gasgeräten ist DIN EN 549 von Bedeutung. Für Dichtungen in Gasleitungen und Leitungen für flüssige Kohlenwasserstoffe wird häufig DIN EN 682 herangezogen. Ein Gaszertifikat sagt daher nicht automatisch etwas über die Trinkwassereignung aus.

Bei Wasserstoff wird die Bewertung noch spezifischer. Dann spielen Permeation und Rapid Gas Decompression (RGD) eine wichtige Rolle. Ein O-Ring, der für Erdgas geeignet ist, ist nicht automatisch für Wasserstoff oder hohe Wasserstoffanteile geeignet. Prüfen Sie daher immer Medium, Druck, Temperatur und Zertifikatsumfang.

 

Häufige Fehler bei DVGW-O-Ringen

Der größte Fehler besteht darin, anzunehmen, dass eine Materialbezeichnung ausreicht. „EPDM“ bedeutet nicht automatisch trinkwassergeeignet und „gasbeständig“ bedeutet nicht automatisch wasserstoffgeeignet. Außerdem wird häufig davon ausgegangen, dass ein einziges Zertifikat für alle Abmessungen, Härten und Compounds gilt. Das muss nicht der Fall sein.

Ein weiteres Missverständnis besteht darin, KTW, W270 und DVGW gleichzusetzen. Tatsächlich ergänzen sie sich gegenseitig. Fragen Sie daher nach dem genauen Compoundcode, gültigen Berichten und dem Anwendungsbereich. Nur dann wissen Sie, ob das Prüfzeichen relevant ist.

 

Checkliste für die richtige Auswahl

Beginnen Sie bei der Anwendung. Geht es um kaltes Trinkwasser, Warmwasser, Gas, Wasserstoff, Reinigungsmittel oder eine Kombination davon? Legen Sie anschließend Temperatur, Druck und Bewegungsart fest. Eine statische Dichtung stellt andere Anforderungen als eine dynamische Anwendung oder eine Hochdruckgasanlage.

Fragen Sie anschließend nach dem Compoundcode, der Zertifikatsnummer, der Gültigkeitsdauer und den Berichten hinter dem DVGW-Prüfzeichen. Prüfen Sie auch, ob Abmessung, Härte und Produktgruppe innerhalb des Geltungsbereichs liegen. Bei kritischen Anwendungen ist die Chargenrückverfolgbarkeit wichtig.

 

Beratung zu DVGW-O-Ringen

Bei der Auswahl eines geeigneten O-Rings geht es um mehr als Abmessung und Material. Bei Trinkwasser und Gas bestimmen Compound, Dokumentation und Anwendung gemeinsam, ob eine Dichtung wirklich geeignet ist. O-ring Stocks unterstützt Sie bei der Materialauswahl, bei Zertifikaten und bei der technischen Dokumentation für O-Ringe mit DVGW-Prüfzeichen.

 

FAQ

Was bedeutet die DVGW-Zertifizierung für O-Ringe?

Die DVGW-Zertifizierung zeigt an, dass ein spezifischer Compound für einen Anwendungsbereich, wie Trinkwasser oder Gas, bewertet wurde. Sie ist keine allgemeine Zulassung für jeden O-Ring aus demselben Material.

Ist EPDM automatisch für Trinkwasser geeignet?

Nein, nur ein validierter EPDM-Compound mit der richtigen Berichterstattung ist für Trinkwasser geeignet. Der Materialname allein sagt nichts über die hygienische Bewertung aus.

Was ist der Unterschied zwischen DVGW und KTW-BWGL?

KTW-BWGL beschreibt Material- und Migrationsanforderungen für den Kontakt mit Trinkwasser. DVGW verwendet solche Anforderungen innerhalb eines breiteren Zertifizierungsrahmens.

Kann ein DVGW O-Ring für Trinkwasser auch in Gas eingesetzt werden?

Nicht automatisch. Für Gas gelten andere Anforderungen, wie DIN EN 549 oder DIN EN 682, und bei Wasserstoff zusätzlich Permeations- und RGD-Anforderungen.

Welche Informationen sollte ich beim Lieferanten anfordern?

Fragen Sie nach dem Compoundcode, der Zertifikatsnummer, der Gültigkeit, dem Geltungsbereich und relevanten Prüfberichten. Prüfen Sie auch, ob Größe und Härte innerhalb des Geltungsbereichs liegen.

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