WRAS BS 6920 O-Ringe | Trinkwassernormen
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WRAS BS 6920 O-Ringe für Trinkwasser

O-Ringe, die mit Trinkwasser in Kontakt kommen, müssen mehr leisten als nur abzudichten. Das Material darf keinen Geruch, Geschmack, keine Verfärbung und keine unerwünschten Stoffe an das Wasser abgeben. Deshalb spielen WRAS und BS 6920 bei Projekten für den britischen Markt eine wichtige Rolle. WRAS BS 6920 O-Ringe sind nicht einfach „Gummiringe mit Prüfzeichen“. Die Zulassung hängt immer mit einer spezifischen Compound, Anwendung und Temperaturklasse zusammen.

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Was sind WRAS und BS 6920?

BS 6920 ist eine britische Norm für nichtmetallische Werkstoffe, die mit Wasser in Kontakt kommen, das für den menschlichen Verzehr bestimmt ist. Die Norm bewertet Geruch, Geschmack, Trübung, Verfärbung, mikrobiologisches Wachstum und die Auslaugung unerwünschter Stoffe. Elastomerdichtungen, Flachdichtungen, Beschichtungen und Schmierstoffe können unter diesen Bewertungsrahmen fallen.

WRAS steht für Water Regulations Advisory Scheme. Eine WRAS Material Approval belegt, dass eine bestimmte Werkstoffqualität gemäß BS 6920 geprüft wurde und im WRAS-Verzeichnis aufgeführt ist. Bei WRAS BS 6920 O-Ringen geht es daher nicht um eine allgemeine Werkstoffaussage, sondern um nachweisbare Unterlagen für jeden einzelnen Compound.

 

 

Warum WRAS BS 6920 O-Ringe wichtig sind

Ein O-Ring kann sich direkt im Wasserstrom befinden oder über einen Wasserhahn, eine Kupplung, eine Pumpe, einen Filter, ein Ventil oder eine Sanitärinstallation indirekt mit dem Wasser in Kontakt kommen. Ist der Compound nicht geeignet, kann das Material Stoffe an das Wasser abgeben. Genau das sollen Trinkwassernormen verhindern.

Der Begriff “für Trinkwasser geeignet” ist daher ohne entsprechende Nachweise zu ungenau. WRAS BS 6920 O-Ringe müssen zur jeweiligen Anwendung, zum Medium und zur Betriebstemperatur passen. Eine Zulassung für Kaltwasser bei 23 °C bedeutet beispielsweise nicht automatisch, dass derselbe O-Ring auch für Warmwasser geeignet ist. Auch Härte, Farbe, Produktionsstandort und Rezeptur können entscheidend sein.

 

Der Compound, nicht nur die Werkstoffbezeichnung

Ein häufiger Fehler besteht in der Annahme, dass eine Werkstoffart automatisch zugelassen ist. EPDM wird häufig in Trinkwasserinstallationen eingesetzt, doch nicht jeder EPDM-O-Ring ist für den Kontakt mit Trinkwasser geeignet. Dasselbe gilt für FKM, Silikon und PTFE. Ob ein Werkstoff die Anforderungen erfüllt, wird durch die konkrete Gummimischung bestimmt und nicht allein durch die Polymerfamilie.

Bei WRAS BS 6920 O-Ringen gilt die Zulassung in der Regel für eine genau definierte Qualität. Ändern sich der Rohstofflieferant, das Vulkanisationssystem, der Farbstoff oder der Produktionsstandort, kann dies Auswirkungen auf die bestehende Zulassung haben. Fragen Sie daher nicht nur nach “EPDM mit WRAS”, sondern auch nach der Registrierungsnummer, dem Temperaturbereich und der richtigen Werkstofferklärung.

 

Welche Werkstoffe werden häufig verwendet?

EPDM ist bei vielen Trinkwasseranwendungen der naheliegende Ausgangspunkt. Der Werkstoff weist gute Eigenschaften in Wasser, Dampf, Ozon und alkalischen Umgebungen auf. Deshalb wird EPDM häufig für Wasserhähne, Kupplungen, Pumpen und Filter gewählt. Beim Kontakt mit Mineralölen oder Fetten auf Kohlenwasserstoffbasis ist jedoch Vorsicht geboten, da EPDM dafür weniger geeignet ist.

Silikon kann interessant sein, wenn Flexibilität, eine geringe Härte oder ein breiter Temperaturbereich wichtig sind. Die mechanische Festigkeit ist in der Regel geringer als bei EPDM. FKM bietet eine hohe chemische und thermische Beständigkeit, muss jedoch für jeden Compound auf seine Trinkwassereignung geprüft werden. PTFE ist chemisch sehr inert, besitzt aber ein geringeres elastisches Rückstellvermögen als Gummi. Bei WRAS BS 6920 O-Ringen bleibt daher stets die Anwendung ausschlaggebend. Die Werkstoffauswahl für WRAS BS 6920 O-Ringe kann deshalb nie getrennt von der Dokumentation betrachtet werden.

 

WRAS im Vergleich zu KIWA, KTW/UBA, DVGW und NSF

Trinkwasserzulassungen unterscheiden sich je nach Markt. WRAS und BS 6920 sind vor allem für das Vereinigte Königreich relevant. In den Niederlanden ist KIWA häufig anzutreffen. In Deutschland spielen KTW/UBA und DVGW eine wichtige Rolle. Für Nordamerika ist NSF/ANSI/CAN 61 die bekannte Norm für Werkstoffe, die mit Trinkwasser in Kontakt kommen.

Diese Zulassungen sind nicht automatisch untereinander austauschbar. Ein Compound mit WRAS-Zulassung ist daher nicht automatisch für ein niederländisches, deutsches oder amerikanisches Projekt geeignet. Wer international liefert, muss für jedes Land prüfen, welche Norm verlangt wird und ob die Unterlagen des O-Rings diese Anforderungen erfüllen.

 

Checkliste für die Bestellung

Prüfen Sie bei WRAS BS 6920 O-Ringen immer mehr als nur die Werkstoffbezeichnung. Fragen Sie nach der WRAS-Registrierungsnummer oder der Referenz des Prüfberichts. Kontrollieren Sie außerdem die Temperaturklasse, Farbe, Härte, den Compoundcode und den Produktionsstandort. Vergewissern Sie sich auch, dass der gelieferte O-Ring der geprüften und registrierten Werkstoffqualität entspricht.

Berücksichtigen Sie anschließend die technische Belastung. Betriebsdruck, Nutgestaltung, Druckverformungsrest, Montagebedingungen und Schmierstoffverträglichkeit bleiben wichtige Faktoren. WRAS BS 6920 O-Ringe können über die richtigen Trinkwasserunterlagen verfügen und dennoch versagen, wenn die Anwendung mechanisch falsch ausgelegt wurde.

 

Fazit

WRAS BS 6920 O-Ringe bieten Sicherheit, wenn die Zulassung korrekt geprüft wird. Entscheidend ist, dass die Zulassung compoundspezifisch ist. Eine allgemeine Aussage wie “EPDM ist WRAS-zugelassen” greift technisch zu kurz. Die richtige Frage lautet: Welcher Compound wurde geprüft, für welche Temperatur, an welchem Standort wird er produziert und mit welchen Unterlagen wird er geliefert?

Suchen Sie WRAS BS 6920 O-Ringe für Trinkwasserinstallationen? O-ring Stocks unterstützt Sie bei der Prüfung des richtigen Compounds, der Abmessungen und der Dokumentation, damit die Dichtung sowohl zur Anwendung als auch zu den Anforderungen des Marktes passt.

 

FAQ

Was bedeutet WRAS approved?

WRAS approved bedeutet, dass eine spezifische Compound oder ein Produkt nach BS 6920 bewertet und im WRAS-Verzeichnis registriert wurde.

Was ist BS 6920?

BS 6920 ist eine britische Norm, die bewertet, ob nichtmetallische Materialien die Qualität von Trinkwasser negativ beeinflussen.

Ist EPDM automatisch für Trinkwasser geeignet?

Nein. EPDM ist häufig als Basismaterial geeignet, aber nur eine spezifische zugelassene Compound darf als trinkwassergeeignet angesehen werden.

Gilt WRAS für das Material oder das komplette Produkt?

Bei O-Ringen geht es meistens um die spezifische Compound, nicht automatisch um die komplette Armatur oder Installation.

Welche Informationen sollte ich bei WRAS BS 6920 O-Ringen anfragen?

Fragen Sie bei WRAS BS 6920 O-Ringen nach der Registrierungsnummer, dem Temperaturbereich, dem Compoundcode, der Härte, der Farbe und der relevanten Materialerklärung.

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